ARBEITSRECHT
Arbeitszeugnis
Arbeitszeugnis prüfen & korrigieren: Anspruch, Klage und Geheimcodes
Das Arbeitszeugnis ist Ihre wichtigste Visitenkarte für die berufliche Zukunft. Ein schlechtes oder nur mittelmäßiges Zeugnis kann Ihre Jobsuche massiv behindern, denn es dient als zentrale Referenz für jeden neuen Arbeitgeber. Sie haben als Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf ein wohlwollendes und wahrheitsgemäßes Zeugnis.
Als Fachanwälte für Arbeitsrecht sind wir darauf spezialisiert, die oft versteckten Geheimcodes zu entschlüsseln, Ihren Anspruch auf Korrektur durchzusetzen und, falls nötig, eine Zeugnisberichtigungsklage für Sie einzureichen. Sichern Sie Ihre Karrierechancen ab.
Ihr Anspruch auf ein faires Arbeitszeugnis
Jeder Arbeitnehmer hat bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses das Recht auf ein schriftliches Zeugnis. Doch nicht jedes Zeugnis ist auch ein gutes Zeugnis. Es gibt klare Regeln, die Ihr Arbeitgeber einhalten muss. Dazu gehören auch die korrekte Behandlung von Urlaubsanspruch, Verfall und Krankheit.
Einfaches vs. Qualifiziertes Zeugnis
Sie sollten immer ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verlangen. Dieses enthält nicht nur Angaben zu Art und Dauer Ihrer Tätigkeit (einfaches Zeugnis), sondern auch eine detaillierte Bewertung Ihrer Leistung und Ihres Sozialverhaltens. Dieses Zeugnis muss formal korrekt, wahrheitsgemäß und wohlwollend formuliert sein, um Ihre berufliche Zukunft nicht zu behindern.
Die „Geheimcodes“ und ihre Bedeutung
Da Noten im Zeugnis verboten sind, verwenden Arbeitgeber standardisierte Floskeln, um die Leistung zu bewerten. Diese Codes sind entscheidend:
- Note 1 (Sehr Gut): „…stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“
- Note 2 (Gut): „…stets zu unserer vollen Zufriedenheit.“
- Note 3 (Befriedigend): „…zu unserer vollen Zufriedenheit.“
- Note 4 (Ausreichend): „…zu unserer Zufriedenheit.“
- Note 5 (Mangelhaft): „…war stets bemüht…“
Ein Zeugnis mit einer Note schlechter als „gut“ (Note 2) kann bei Bewerbungen bereits ein erhebliches Hindernis darstellen und sich indirekt auch auf Ihre künftigen Lohn- und Gehaltsansprüche auswirken.
Die Schlussformel: Kein Recht, aber ein wichtiges Signal
Obwohl es keinen rechtlichen Anspruch darauf gibt, ist das Fehlen der Schlussformel (Dank, Bedauern über das Ausscheiden und Zukunftswünsche) ein starkes negatives Signal für jeden Personaler. Wir setzen uns dafür ein, dass Ihr Zeugnis eine vollständige und positive Schlussformel enthält. Dies ist insbesondere auch bei der Prüfung von Aufhebungsverträgen ein wichtiger Bestandteil unserer Beratung.
Der Weg zur Korrektur: Vom Anspruch bis zur Klage
Wenn Ihr Zeugnis fehlerhaft oder unfair ist, müssen Sie handeln. Die Zeit spielt dabei eine wichtige Rolle.
Schritt 1: Schriftliche Aufforderung zur Korrektur
Zunächst fordern wir Ihren ehemaligen Arbeitgeber schriftlich zur Korrektur auf. Dabei legen wir oft direkt einen Gegenvorschlag vor, der die gewünschten Formulierungen enthält, um eine schnelle Einigung zu ermöglichen.
Schritt 2: Die Zeugnisberichtigungsklage
Lehnt der Arbeitgeber die Korrektur ab, erheben wir für Sie eine Zeugnisberichtigungsklage beim zuständigen Arbeitsgericht. Wichtig zu wissen: Für eine Note besser als „befriedigend“ liegt die Beweislast bei Ihnen. Wir helfen Ihnen, die notwendigen Beweise für Ihre überdurchschnittliche Leistung zusammenzutragen und vor Gericht zu präsentieren. Ein Rechtsstreit entsteht oft im Zusammenhang mit einer Kündigungsschutzklage.
Achtung, Fristen! Handeln Sie rechtzeitig
Es gibt keine starre gesetzliche Frist, aber die Rechtsprechung geht von einer sogenannten „Verwirkung“ des Anspruchs nach etwa 5 bis 10 Monaten aus. Warten Sie daher nicht zu lange, um Ihr Zeugnis prüfen und korrigieren zu lassen.
⚡ Zeugnis-Prüfung: Sichern Sie Ihre Karrierechancen!
Überlassen Sie Ihre berufliche Zukunft nicht dem Zufall oder versteckten Codes. Ein professionell geprüftes und korrigiertes Arbeitszeugnis ist eine entscheidende Investition. Handeln Sie jetzt, bevor Ihr Anspruch verwirkt.
- Code-Entschlüsselung: Wir übersetzen die Floskeln in Noten und identifizieren alle negativen Signale.
- Schnelle Korrektur: Wir setzen Ihren Anspruch auf Berichtigung schnell und effektiv beim Arbeitgeber durch.
- Durchsetzung per Klage: Falls nötig, vertreten wir Sie konsequent vor dem Arbeitsgericht.
Häufige Fragen zum Arbeitszeugnis
Wer trägt die Beweislast, wenn ich eine bessere Note als „befriedigend“ möchte?
Die Beweislast liegt in diesem Fall beim Arbeitnehmer. Sie müssen darlegen und beweisen, warum Ihre Leistungen überdurchschnittlich waren. Wir helfen Ihnen, diese Argumente zu sammeln und aufzubereiten.
Was bedeutet die Formulierung „Er war stets bemüht“?
Diese Floskel ist ein klassischer und bekannter Geheimcode für eine mangelhafte bzw. ungenügende Leistung (Note 5). Eine solche Formulierung ist ein Alarmsignal und muss dringend korrigiert werden.
Muss mein Arbeitgeber das Zeugnis im Original unterschreiben?
Ja, das Zeugnis muss auf offiziellem Firmenpapier ausgedruckt und von einem Vorgesetzten oder dem Arbeitgeber persönlich im Original unterschrieben sein. Eine eingescannte oder digitale Unterschrift ist nicht zulässig.
Wann verliere ich meinen Anspruch auf ein Zeugnis oder dessen Korrektur?
Ihr Anspruch kann „verwirken“, wenn Sie zu lange warten (ca. 5-10 Monate). Zudem können in Arbeits- oder Tarifverträgen kürzere Ausschlussfristen (oft 3 Monate) geregelt sein. Schnelles Handeln ist daher essenziell.
Fünf Experten im Arbeitsrecht – ein Ziel: Ihr Erfolg
In unserer Kanzlei arbeiten wir als Team eng vernetzt zusammen. So fließt das Spezialwissen jedes Einzelnen in Ihren Fall ein.
Ob strategische Planung oder konsequente Vertretung vor Gericht: Wir bündeln unsere Kompetenzen, um für Sie das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Rechtsanwalt | Sandro Wulf
Rechtsanwalt | Lars Hänig
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